Die Rasse

Eigenschaften

Vom der gebirgigen Landschaft geprägt, ist die Eringerkuh sehr berggängig und kann sich leicht und sicher in schwierigem Gelände fortbewegen. Die Rasse hat einen ausgeprägten Herdentrieb bewahrt. Auch grosse Herden weisen einen sehr starken Herdenzusammenhalt auf was den Umgang mit den Tieren auf den Hochweiden erleichtert. Die Eringerkuh hat zudem einen ausgeprägten Mutterinstinkt und hat wenig Schwierigkeiten beim Abkalben.

Typ

Die Tiere sind mittelgroß und haben eine stämmige Statur mit einem breiten, muskulösen Körper. Das Skelett ist dünn und sehr stabil. Der Kopf ist kurz und breit mit kräftigen Hörnern. Der Ausdruck ist lebhaft und ausdrucksstark, die Nase gerade und die Schnauze breit. Die Gliedmaßen sind kurz und kräftig mit trockenen Gelenken und harten Klauen. Die Hinterbeine sind im Allgemeinen korrekt, die Bewegungsabläufe sind flink und klar. Ein Eringerkalb wiegt bei der Geburt zwischen 30 und 50 kg. Eine erwachsene Kuh wiegt zwischen 450 und 850 kg. Ein erwachsener Stier kann mehr als 900 kg wiegen.

Fell

Das Fell ist einfarbig, und variiert von schwarz, über helles kastanienbraun bis ziegelrot, mit oft einem hellen Streifen auf dem Rückgrat. Die Schleimhäute, Klauen und Hörnerspitzen sind schieferfarben oder schwarz. Der sehr breite Farbstandard, der bei der Selektion akzeptiert wurde, erlaubte die Erhaltung von verschiedenfarbigen Phänotypen.


Beispiel einer Eringerkuh mit ins rote gehender Fellfarbe

Darüber hinaus ist es ein seltenes Merkmal, dass sich während dem Haarwechsel beim Jungtier die Fellfarbe verändert, aus rot wird schwarz. Die schwarze Rückenlinie hingegen wird rot.

Größe und Gewicht des erwachsenen Tieres

 StiereKühe
Widerristhöhe127 – 137 cm124 – 133 cm
Brustumfang185 – 220 cm 180 – 215 cm
Lebendgewicht650 – 950 kg 480 – 800

Evolener Schlag

Nach einem Besuch im Jahre 1867 einer Alpe der Gemeinde Evolène mit 66 Kühen und 40 Rindern hat Wilkens, ein österreichischer Tierzuchtexperte, die Fellfarbe des ursprünglichen Eringerrindes detailliert beschrieben. In seinen Ausführungen sagte er unter anderem: „Der Schwanzansatz, die Naht und die Schwanzquaste sind gewöhnlich weiss, der Bauch und die Innenseite der Gliedmassen heller gefärbt. Abgesehen von den weissen Flecken am Hinterteil des Tieres findet man zuweilen weisse Flecken auf der Stirn. Auf der Brust, dem Rücken oder der Flanke gibt es nie weisse Flecken.


Beispiel einer Evolenerkuh

Der Genealoge A. Luisier hat 1934 folgende Aussage gemacht: Der Eringertyp hat häufig ein weisses Band unter dem Bauch. Dieses erstreckt sich von der Brust bis zum Schwanzansatz. Ich bin heute der Ansicht, dass die Vielfarbigkeit eine Farbvariante der ursprünglichen Population war.

Ein Grund, weshalb diese Tiere ins Herdebuch aufgenommen wurden. Eine Studie in Bezug auf das Exterieur, die von der Herdebuchstelle 1999 durchgeführt wurde, ermöglichte es, aus einer Stichprobe von 73 Tieren, die verschiedenen Typen wie den Pinzgauertyp, den Quadzétyp, den Typ mit den weissen Füssen und unregelmässigen Farbtyp zur bestimmen.

Die verschiedenen Typen