Ursprung

Die Eringerrasse ist sehr wahrscheinlich ein Überbleibsel der Rinderpopulation, welche ursprünglich das Alpengebiet zwischen den österreichischen Alpen und Savoyen bevölkerte. Die kranialen Formmerkmale ordnen sie dem Rindvieh mit breitem Schädel, genannt Brachycephalus, zu. Diese Eigenschaft findet man auch bei den kleinen Rinderrassen des Neolithikums. Die Vorfahren der Eringerrasse waren im Wallis bereits um das Jahr 3000 v. Chr. verbreitet, wie dies ein Schädel aus der archäologischen Fundstelle Saint Guérin bei Sitten beweist.

Die Eringerrasse ist nahe verwandt mit den autochthonen Rassen Castana und Pezzatanera des Aostatals. Gemäss einer von Reuse durchgeführten Studie, weicht die Blutgruppenstruktur der Eringerrasse markant von derjenigen der übrigen Schweizer Rassen ab.

Die Ähnlichkeit mit der Tuxerrasse aus dem Österreichischen Zillertal hat die Zuchtverantwortlichen 1925 dazu bewogen, einen Austausch von Zuchtstieren vorzunehmen.

Ab dem Jahre 1860 begann man mit der Trennung der Zucht nach Rassen. Vorher praktizierte man vor allem die Kreuzung von verschiedenen Rassen für die Aufzucht, obwohl schon im Jahre 1835 das erste Dekret erlassen wurde um die Zulassung der Zuchtstiere zu regeln. Bis 1859 ist jedoch der Begriff Rasse noch sehr verschwommen und man ordnete dieses Vieh den kleinen Gebirgsrassen zu.

Im Jahre 1859 erwähnte die Walliser Regierung in einem Bericht erstmals die „Evolener Rasse“. Ab dem Jahre 1861 wurde sie als „Eringer Rasse“ in den Katalogen der Viehschauen aufgeführt.

Im Jahre 1884 wurde auch das kantonale Zuchtgesetz verabschiedet, und im Jahr 1885 wurden die Durchführungsbestimmungen dieses Gesetzes veröffentlicht, welche die Standards der Farbe wie folgt festlegte: einheitliches Fell, helles kastanienbraun, schwarz oder rot, mit hellen Streifen auf dem Rückgrat.


Eringerstier (alter Schlag), prämiert an der Austellung 1892 in Sitten

Diese Definition wurde notwendig, um die Eringerrasse von anderen Schweizerrassen klar unterscheiden zu können, nach einer Periode der unspezifischen Tierzucht und Aufzucht durch Kreuzung. Ab diesem Zeitpunkt war die Periode der zweifarbigen Variante mit weissen Partien, welches eine der farbigen Varianten der Rasse war, vorbei. Die Entwicklung einer Rasse endet jedoch nie: im Jahre 2002 hat der Verband aufgrund einer Anfrage von interessierten Züchtern den „Evolenerschlag“ als zusätzlicher Rassenstandard festgelegt.