Der Widerspruch

Zum grossen Bedauern macht der Wolf regelmässig Schlagzeilen wegen der betroffenen Züchter, bei denen es sich meistens um Schafhalter handelt. Die Züchter der Eringerrasse sind offensichtlich solidarisch mit ihren Kollegen, denn sie kennen die notwendigen Anstrengungen, um eine eigene Zucht aufzubauen. Sie wissen auch wie stark die Bindung zu den Tieren ist, die in ihren Ställen zur Welt kommen und aufwachsen.

Die Arbeit einer ganzen Saison wird in wenigen Augenblicken zerstört. Die Züchter sind verzweifelt und fühlen sich machtlos gegen den blutrünstigen Instinkt des Wolfes. Canis Lupus lacht über die lächerlichen Schutzmassnahmen, welche schnell an ihre Grenzen stossen. 

Die Fakten sind eindeutig. Der Wolf ist eine Bedrohung für die einheimischen Rassen. Viele Schwarzhalsziegen- und Schwarznasenhalter verlassen die Alpweiden wegen der Angriffe oder in Erwartung solcher Angriffe. Viele haben die Tierhaltung bereits aufgegeben. Die nächsten Opfer stehen bereits fest, junge Eringerrinder.

Erstes Paradox: Der Kanton gibt riesige Summen für den Wolf aus (niemand getraut sich bisher, den Gesamtbetrag zu beziffern), wodurch der einheimische Rassenbestand gefährdet wird, für dessen Erhalt finanzielle Mittel bereitgestellt wurden. Im Gegensatz zum Wolf sind diese Rassen aufgrund ihrer geringen Anzahl vom Aussterben bedroht und sie gehören zum Kulturerbe.

Zweites Paradox: Die Verfechter der Artenvielfalt preisen den Wolf als dessen Symbol. Dieser vernichtet aber Tiere, die zur Artenvielfalt der Fauna beitragen und zwingt die Aufgabe von alpinen Weidegebieten, die ein Musterbeispiel für die Artenvielfalt der Flora sind. Was läuft hier falsch?

Im Gespräch mit unseren Züchtern stellen wir fest, dass sich Angst und Missverständnis in unseren ländlichen Gebieten breitmachen. Zwei Welten prallen aufeinander. Die der städtischen Bevölkerung, welche von einer ursprünglichen und idealistischen Natur träumen und die Realität vor Ort, wo Frauen und Männer versuchen einen nachhaltigen Lebensraum in einer alpinen Umgebung zu erhalten. Die einheimischen Rassen sind Teil davon und der SEZV ist überzeugt, dass alles getan werden muss um diesen einzigarten Reichtum zu erhalten.

Das Komitee